Historische Fundstücke (2) – Zeitungsnotizen. Gefunden von Matthias Erfeling.

Ems- und Leda-Zeitung vom 14.Januar 1880:
Der Arbeiter Gerd Wiels und der Arbeiter Eilt Hillmer aus Völlenerkönigsfehn werden der Körperverletzung angeklagt. Dieselben kamen am Abend des 28.October v.J. mit dem Arbeiter Franz Weber und dem Arbeiter Kruse von Papenburg nach ihrem Wohnorte zurück. Nachdem Kruse sich von den Übrigen beim Passieren seiner Wohnung verabschiedet hatte, gingen die Anderen weiter.
Wenige Minuten später kehrte Weber zur Kruse’schen Wohnung zurück. Er hatte ein Taschenmesser in seinem Rücken stecken, welches so festsaß, daß Kruse es ohne Anwendung von Gewalt nicht herausziehen konnte. Erst ein von Papenburg requirierter Arzt zog das Messer, welches mit der Spitze eine Rippe getroffen hatte und darin festsaß, heraus.
Die Heilung der Wunde ist günstig, ohne dauernde Nachtheile zurückzulassen, verlaufen, was nach Aussage des Arztes gerade dem Umstande zuzuschreiben ist, daß das Messer sich in der Rippe festgesetzt hat; wäre es in den Rippenzwischenraum eingedrungen, würde ohne Zweifel die Lunge verletzt und ein gefährlicher Ausgang wahrscheinlich geworden sein.
Der Angeklagte Wiels ist geständig, den Stich verursacht zu haben; Hillmer gesteht ein, zuerst mit einem Lattenabschnitt, welchen er als Handstock gebrauchte, auf Weber losgeschlagen zu haben. Als Ursache dieses thätlichen Angriffs geben die Angeklagten an, daß Weber geäußert habe, sie seien betrunken.
Die Strafe lautet gegen Wiels auf 1 Jahr und 6 Monate, gegen Hillmer auf 6 Monate Gefängnis.

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Ems- und Leda-Zeitung vom Freitag, 27.Februar 1880
Der Landwirt Dirk Natelberg in Ihren hat am 15.September v.J. den in seinem Hause wohnenden Arbeiter Hessenius mit einem Stuhle derart geschlagen, daß der Stuhl in Stücke zerfallen und Hessenius verschiedene nicht unbedeutende Verletzungen davongetragen hat. Er leugnet zwar, wird aber durch das Zeugnis der Eheleute Hessenius überführt und zu 6 Wochen Gefängnis verurtheilt.
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