Zur Geschichte der ehemaligen Soldatenbaracke in Ihrhove

Von Hermann Adams.

Das obige Foto mit der Ihrhover Baracke wurde 1954 aufgenommen, es war eine ehemalige Soldatenbaracke, die im Frühjahr 1941 aufgebaut wurde. Sie beherbergte damals eine Kompanie Landesschützen. In der Bahnhofstraße mit der heutigen Nr. 7 wurde die dazugehörige Standortverwaltung eingerichtet. Am 9. Mai 1940 musste die Kompanie antreten und marschierte nach Westen (Frankreich). Nach einigen Monaten wurden in der Baracke französische Kriegsgefangenen einquartiert.

Dort, wo das Herz im Fenster eingeschnitten wurde, befand sich während der Kriegsgefangenenzeit eine Wachstube. In Ihrhove war Bürgermeister Lübbert Zimmermann Kommandant des Lagers. Seine Wachaufgaben übernahmen unterschiedliche Männer, zumeist Soldaten, die zeitweise dienstunfähig oder zu alt für den Kriegsdienst waren.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden in der Baracke bauliche Veränderungen vorgenommen und darin einige Flüchtlingswohnungen eingerichtet. Die Toiletten waren hinter der Baracke an der linken Grundstückseite. Es war ein Backsteingebäude mit einer Einzeltoilette und einer Gemeinschaftstoilette mit mehreren Sitzen nebeneinander, sowie ein Waschraum mit einem Zementboden und eine Wasserpumpe.

Foto: v. l. nach r. = Grete Wobbe mit Tochter Elvira, Hedwig Teich, Maria Nickel (Ehefrau von Josef Nickel und Mutter von Grete Wobbe), Walburga Teich und rechts im gepunkteten Kleid, Heidi (Adelheid) Nickel.

Grete (Margarethe) Wobbe war am 11. 01. 1934 in Ostpreußen geboren worden. Ihr Kind Elvira kam in Ihrhove unehelich zur Welt. Später heiratete Grete Wobbe und zog nach Leer. Maria Nickel, geborene Kleefeld verw. Wobbe war am 26. 03. 1910 in Neurickau, geboren, sie starb am 02. 11.1985. Grete Wobbe ist die Tochter von Maria Nickel aus I. Ehe. Ihr II. Ehemann Josef Nickel, geboren am 07. 01. 1923, starb am 26. 08. 2005. Heidi (Adelheid) Nickel geboren am 18. 09. 1924 in Eichau/Niederschlesien starb am 10. Juni 2006. Hedwig Teich geborene Welz, geboren am 01. 03. 1919 in Neuhof/Kreis Frankenstein Schlesien, starb am 1. Juni 1979. Walburga Teich (heute Walburga Häring) geboren am 24. 10. 1940 in Münsterberg/Kreis Frankenstein - Niederschlesien, wohnt heute in Meppen.

In den fünf Wohnungen lebten zeitweise verschiedene Familien. Walburga Häring, geborene Teich erinnert sich daran, dass bis zum Neubau der eigenen Häuser an der Straße Unter den Eichen, heute Beethovenstraße, um 1956 überwiegend folgende Familien dort ihre Unterkunft hatten.

Wohnung I (mit Herzfenster) : Josef und Maria Nickel mit den Kindern Wobbe aus 1. Ehe von Maria Nickel.

Wohnung II: Paul und Martha Nickel mit Sohn Herbert und Tochter Adelheid.

Wohnung III: Familie Rittner.

Wohnung IV: Hedwig Teich mit Tochter Walburga und Sohn Paul sowie Großvater Adolf Teich.

Wohnung V: Familie Howe/Thiel mit Kindern.

Auf diesem alten Lageplan ist das Lager eingezeichnet – gelbe Markierung.

© Copyright by Hermann Adams - Ihrhove - Ihrener Straße 24 - Sommer 2015

1 laut Bernhard Züchner † Steuerberater, Sohn von Pastor Züchner

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