Mit regionaler Geschichte beschäftigten sich am vergangenen Samstag über 40 Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung im Overledingerland“ bei ihrem Februar-Treffen im alten Fehnhaus an der 1.Südwieke in Ostrhauderfehn.

Nach der Begrüßung durch Frank Groeneveld widmeten sich die Anwesenden dem Lebensweg des Bäckers Folkert Gerhard Ulrichs, der seit 1913 die Bäckerei seines Schwiegervaters Hinderk Busemann an der Ecke B70/Grüne Straße betrieb. Durch seinen Enkel Volkmar Ulrichs, der neben Fotografien auch etliche Feldpostkarten aus dem 1.Weltkrieg zur Verfügung stellte, konnte der familiäre und berufliche Werdegang nachgezeichnet werden.

Nach einer Teepause bekam Hermann Adams das Wort. Er berichtete im zweiten Teil des Nachmittages über die Geschichte der Ostfriesischen Blindenwerkstätten in Ihrhove. Um blinden Handwerkern Arbeit zu beschaffen wurde 1928 der Blindenverein Ostfriesland gegründet. 1934 gelang es in Ihrhove am Tjücher Weg entsprechende Räumlichkeiten für eine Werkstatt anzumieten. Neben der allgemeinen Arbeit der Blinden ging Adams auch die wertvolle Arbeit ein, welche die heute noch bekannten Lehrerin und Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes aus Leer geleistet hat. Als Gegnerin des NS-Regimes erhielt sie 1933 ein Berufsverbot. Von 1934 bis zum Jahreswechsel 1944/45 übernahm sie halbtags und unentgeltlich die Buchführungsarbeiten der Blindenwerkstatt Ihrhove. Nach dem Krieg wurden die Blindenwerkstätten 1948 nach Leer-Loga verlegt.

Mit viel Beifall bedankten sich die Mitglieder des Arbeitskreises für die beiden Vorträge.

 

Das Foto zeigt (v.l.): Volkmar Ulrichs, Heinz Janssen, der einen sog. „Pijüntbesen“ angefertigt hatte, wie er seinerzeit in der Blindenwerkstatt hergestellt wurde, Hermann Adams und Frank Groeneveld, Leiter des Geschichtskreises.


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