Historisches Fundstück (1) - Gefunden von Frank Groeneveld

Leerer Anzeigeblatt vom 22.März 1856:
Rhauderfehn, 19.März. Unsere in fortwährendem Aufschwunge sich befindende und an Bedeutung immer mehr zunehmende Fehn- und Schiffer-Colonie hat schon längst gewünscht, daß ihr eine Postspedition zugetheilt würde, damit die lebhafte und oft sehr wichtige Correspondenz von und auf hier, der kostspieligen, langsamen und unsichern Beförderung der Privatboten entbehren möchte.
Wie wir vernehmen, geht unser Wunsch nun bald in Erfüllung, indem die Errichtung einer Postspedition auf Rhauderfehn vom General-Post-Directorium beschlossen sein soll. Zwischen hier und Ihrhofe wird ein täglicher Postbotendienst eingerichtet, und von Ihrhofe ab übernimmt die Eisenbahn die weitere Beförderung der Correspondenz, wie uns umgekehrt durch dieselbe auch Alles zugeführt werden wird.
Es bleibt uns dann noch eins zu wünschen übrig, was wohl zu erreichen wäre, wenn unter den Gemeinden des Oberledingerlandes nur mehr Eifer und Strebsamkeit herrschte: wir meinen die Ausführung der schon so lange projectirten Landstraße von der Oldenburgischen Grenze nach Leer. Möchte die Amtsversammlung doch nicht ruhen, bis dieser so wichtige Communications-Weg hergestellt ist.

sowie eine weitere Zeitungsmeldung aus dem

Leerer Anzeigeblatt vom 01.April 1856:
Rhauderfehn, 28.März. Die in Nr. 24 dieses Blattes enthaltene Correspondenz, welche die in Aussicht stehende Errichtung einer Postspedition auf hiesigem Platze bespricht, von der man aber noch nichts Gewisses weiß, hat hier von mehreren Seiten eine missbilligende Beurtheilung gefunden, insbesondere der darin ausgesprochene Wunsch: „daß die kostspielige, langsame und sichere Beförderung der Privatboten entbehrt werden möchte.“ Wenn angenommen werden darf, daß unter „Privatboten“ der seit vielen Jahren zwischen hier und Leer die Correspondenz vermittelnde „Postbote“ gemeint sein könnte, so ist der angeführte Wunsch ein nicht zu rechtfertigender, und der Correspondent wendet das Wort „unsicher“ hier ganz falsch an. In dieser Beziehung ist man hier beruhigt, - der Postbote genießt das vollste Vertrauen und gewährt jede zu wünschende Sicherheit. Diese Worte mögen die von der Correspondenz unangenehm Berührten zufrieden stellen.

 

Das nachfolgende Foto zeigt das stattliche Gebäude am Untenende Westrhauderfehns, in welchem das Postamt seit ca. 1907 untergebracht war.

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