06.11.2018: Pfeiffenklub „Volldampf“ traf sich im „Gasthof zur Erholung“ Holterfehn.
von Frank Groeneveld.

Holterfehn. Gastwirtschaften waren in früheren Zeiten immer ein zentraler Treffpunkt eines Dorfes. Vielfältig sind die Erinnerungen an die alten, oftmals verschwundenen Gasthäuser. Dies trifft auch für den "Gasthof zur Erholung" (später Priet-Oldhues) an der ehemaligen 2.Südwieke Holterfehns (heute Nordstraße) zu. Hier trafen sich Vereine und Klubs, die schon lange nicht mehr existieren.

 

Bereits im Jahre 1877, so ist es alten Grundbuchakten zu entnehmen, kaufte der Matrose Wilhelm Eberhard Bracklo das ehemals Griepenburg’sche Gebäude, um hier eine Gaststätte zu errichten. Im Jahre 1890 kam ein Anbau hinzu. Zum 8.Juli 1891 erfolgte ein erster Besitzerwechsel. Der Landgebräucher Johann Pleis aus Holtermoor zog mit seiner Frau Johanne geb. Möhlmann in die Wirtschaft ein.

 

Die Geschäfte liefen scheinbar gut, denn die Wirtsleute Pleis vergrößerten ihr Geschäft. Im Leerer Anzeigeblatt (LAZ) vom 3.Juni 1897, heißt es folgendermaßen: “Holterfehn, 31.Mai. Nachdem Herr Gastwirth Pleis hierselbst nunmehr sein neues Haus fertig, wird die Einweihung des sich darin befindenden schönen geräumigen Saales am zweiten Pfingstfeiertage abgehalten, wobei zum erstenmale nach den Klängen der Musik das Tanzbein zu schwingen Gelegenheit geboten wird. Von Seiten des Herrn Pleis wird alles alles geschehen, es den Gästen so gemüthlich zu machen, wie möglich, und werden auch wohl einige Bäume und Sträucher zur Schmückung des Saales etwas hergeben müssen. Es bleibt zu wünschen, daß das Wetter günstig ist, damit genannter Herr auf ein volles Haus rechnen kann.”


Wie die Einweihung gefeiert wurde und ob Gastwirt Pleis dabei ein volles Haus zu bewirten hatte, wurde leider nicht im LAZ abgedruckt. Die nächste Notiz bezieht sich auf den 17.Juni 1897, an welchem der Fehnkolonist L.A. Schnau sein Muttschiff mit Inventar im Pleis’schen Wirtshause durch den Auktionator Grünefeld aus Stickhausen öffentlich verkaufen lassen wollte.

 

Gastwirt Pleis konnte sich nur kurze Zeit an diesem vergrößerten Gebäude erfreuen. Im LAZ vom 24.Februar 1898 ist nachzulesen, daß die Pleis’sche Besitzung verkauft wurde. Im LAZ vom 8.April 1898 ist dann die Todesanzeige des Gastwirts Johann Theesen Pleis abgedruckt, der nach kurzer Krankheit im Alter von 54 Jahren gestorben war. Auch der damalige Kriegerverein Holtermoor-Holterfehn verabschiedet sich im LAZ von seinem langjähriger Vize-Präsidenten. In diesem Inserat ist nachzulesen, daß Gastwirt Pleis bei der ersten Eskadron des ersten Hannoverschen Dragoner-Regiments Nr. 9 in Osnabrück diente und daß er den Feldzug 1870/71 gegen Frankreich mitgemacht hat.

 

Kleine Anekdoten wußte der frühere Wirt Heinrich “Heinz” Oldhues zu diesem Gasthof zu berichten. Er erinnerte sich z.B. an den Pfeiffenklub “Volldampf”, der bereits 1910 gegründet wurde. Diese Pfeiffenraucher trafen sich regelmäßig im ehemaligen “Gasthof zur Erholung”.

Im Leerer Anzeigeblatt vom 14.01.1896 ist zu lesen, dass der Viehhändler Ollig Wessels aus Burlage (später wohnhaft in Idafehn) beim Wirtshaus Pleis etliche Kühe, Rinder und Schweine verkaufen wird (Quelle: Stadtarchiv Leer).

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Termine

  • 23.03.2019 | 14:30 Uhr | Die Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung im Overledingerland" befassen sich im Alten Fehnhaus, 1.Südwieke 41 in Ostrhauderfehn mit regionaler Geschichte.Georg Kloppenburg hält im Laufe des Nachmittages den Vortrag "Vom 'Middendörpspad' zur Middendorfstraße" zur Straßengeschichte Ostrhauderfehn. Interessierte sind herzlich willkommen.

  • 23.02.2019 | 14:30 Uhr | Die Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung im Overledingerland" befassen sich im Alten Fehnhaus, 1.Südwieke 41 in Ostrhauderfehn mit regionaler Geschichte. Hermann Schiefer, Landesdenkmalpfleger i.R., hält im Laufe des Nachmittages einen Vortrag „Lüttje Lü - über das Wohnen und Arbeiten der kleinen Leute in Ostfriesland“.Interessierte sind herzlich willkommen.

  • 20.02.2019 | 19:00 Uhr | im ev.-luth. Seniorenzentrum Rhaudermoor | Anlässlich des 260. Geburtstages des großen Mediziners Dr. Johann Christian Reil startet eine Vortragsreihe von Georg Stapelfeld.Im Rahmen des Fehnjubiläums soll dem Leben und Wirken des "Rhauder Sohnes" noch einmal gedacht werden. Im Anschluss an den Vortrag wird ein Einblick in die voraussichtlich im Dezember 2019 erscheinenden Ortsfamilienbücher von Rhaude und Westrhauderfehn geboten. Das sehr umfangreiche Buch von Rhaude wird 4 Bände umfassen, steht im engen Zusammenhang mit Reil und gewährt einige tiefe Eindrücke in seine Familiengeschichte sowie dessen Ahnenreihe.

  • 19.01.2019 | 14:30 Uhr | Die Mitglieder des Arbeitskreises „Familiengeschichtliche Heimatforschung im Overledingerland" befassen sich im Alten Fehnhaus, 1.Südwieke 41 in Ostrhauderfehn mit regionaler Geschichte.Albrecht Weinberg wird zu Gast sein. Nach einem Eingangsreferat von Heinz Giermanns zum Thema „Vom Fehn durch die Hölle und zurück“ wird Albrecht Weinberg für Fragen zur Verfügung stehen. Interessierte sind herzlich willkommen

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